Wenn etwas zunächst einmal gar nicht vorgesehen ist
und dann doch gemacht wird, dann wird es meist besonders schön. So ähnlich war
es auch mit unserer Reise nach Edenkoben. Im Plan für 2005 war der Besuch in
der schönen Pfalz nicht vorgesehen und doch meldeten sich, als die Einladung
ausgesprochen war, sofort mehr als 40 Sänger die da mitmachen wollten. So kam
es, daß am Samstag, dem 22. Oktober 2005, lange vor der angesagten Abfahrt
alles bereit stand, um in die Pfalz zu starten.
Pünktlich um 08.30 Uhr ging es los. Als erstes mußte
uns unser Marek, das war wieder unser Fahrer, gestehen, daß er nur 14 Flaschen
Bier an Bord hatte. Marek ist ein feiner Kerl, man verzeiht ihm alles, auch die
große Trockenheit. Nach einem Stopp an der kleinen Raststätte „Moselblick“,
erreichten wir gegen Mittag Edenkoben. Hier stand eine Delegation des
Volkschores, unter Leitung der Vorsitzenden, Frau Heidelore Keim – Nolzen,
bereit, uns zu empfangen und uns zur Gaststätte „Heldenstein“ zu begleiten. Die
Anfahrt dahin war eine schöne Rundfahrt durch den Pfälzer – Wald in den
schönsten herbstlichen Farben. In der Gaststätte wurde rustikal, aber auch gut
und reichlich gegessen. Dann ging es zurück nach Edenkoben und in die
Sportschule des Rheinisch – Pfälzischen – Fußballverbandes, in der wir,
wiederum rustikal, aber da die Schule auch im Wald versteckt war, ganz ruhig
wohnen konnten. Aber auch hier gab es am Nachmittag keinerlei Gastronomie. So
kamen wir dann ziemlich ausgetrocknet um 16.45 Uhr zur Stellprobe in Edenkoben
im Kurpfalzsaal an. Hier gab es was zu trinken, Gott sei dank!
Die Stellprobe klappte, wenn auch unser Stefan etwas
nervös war. Das Konzert begann pünktlich um 19.00 Uhr mit einem Auftritt des
Volkschores Edenkoben und der üblichen Begrüßung des anwesenden Publikums durch
die Chorvorsitzende Frau Heidelore Keim – Nolzen. Dann hatten wir unseren
ersten Auftritt, und es klappte alles vorzüglich. Es gab Ehrungen für
Mitglieder des Volkschores, die Edenkobener Weinkönigin Julia die Erste hielt
eine kurze Ansprache und dann sang unser Chorleiter, begleitet von seiner Frau
Sigrid und alles war begeistert und hingerissen. Im zweiten Teil des Konzertes
sang der Volkschor Edenkoben Operettenmelodien. Da hatte sich der Chor etwas zu
viel vorgenommen und mußte erkennen, daß die sogenannte „Leichte Muse“ so
leicht nun auch wieder nicht ist.
Wir absolvierten unseren zweiten Auftritt so, daß
unser Chorleiter beim Hinausgehen uns zu flüsterte: „Habt ihr gut gemacht!“
Auch sein zweiter Auftritt wurde mit viel Beifall ausgezeichnet. Beeindruckend,
weil mit sehr viel Gefühl gespielt, war die „Träumerei“ von Schumann, die
Sigrid Althoff als Solistin brachte. Man konnte die berühmte Stecknadel fallen
hören.
Nach dem Konzert gab es reichlich zu essen und genau
so reichlich und auch so lecker zu trinken. Es war wohl gegen Mitternacht, als
wir wieder und so ganz unsportlich in der Sportschule eintrafen. Ein gutes
Frühstück bringt bekanntlich alle wieder auf die Beine. Um 09.30 Uhr brachte
uns unser Bus wieder zurück nach Edenkoben, und es folgte eine Fahrt nach
Neustadt, wobei unser Marek zeigen konnte, was so ein Busfahrer drauf hat. In
Neustadt sind wir durch die Gassen der Altstadt gebummelt und waren nicht wenig
überrascht, als da auf einem Platz Edenkobener Chormitglieder standen, die
hatten einen kleinen Weinstand aufgebaut und erquickten uns mit Pfälzer Wein
und Laugengebäck.
Um 12.30 Uhr waren wir wieder in Edenkoben und uns
erwartete im Weingut Schäfer ein köstliches Mittagsessen. Es gab Leberknödel,
Saumagen, Kartoffelpüree, Würstchen und Kraut und dazu wieder das, was uns nun
schon seit Samstag überall begleitete, leckeren Wein und edle Obstbrände. Da
kommt dann Stimmung auf. Da wurden Witze erzählt, die hätten leicht für einen
Abend im Kabarett gereicht. Zwei Mundartsänger aus Edenkoben sorgten mit
Gitarre und Teufelsgeige für Schunkeln und Singen und das, obwohl von den
Texten kaum einer etwas verstanden hat. Da wurde der Hammerschmied gesungen und
zum Abschluß noch ein kleines Konzert gegeben. Dieses Mal unter dem Dirigat von
Markus Franzke. Und dann zeigte Hans Hanemann das Wuppertaler auch Platt singen
können. Sein „Anton van de Gathe“ war der Höhepunkt und Abschluß.
Es wurde ein schwerer Abschied. Die Sängerinnen und
Sänger des Volkschores konnten gar nicht aufhören, unseren Willi Schaffland zu
drücken und immer wieder zu versichern, daß sie gerne auch nach Wuppertal
kommen würden, wenn sie es denn schafften. Dann setzte sich der Bus in
Bewegung. Es wurde gewinkt, bis dass man uns nicht mehr sehen konnte. Wir
hatten eine problemlose, glatte Heimfahrt, um kurz nach 19.00 Uhr waren wir wieder
zu Hause.
Herzlichen Dank allen, die an der Organisation und
der Durchführung dieser Reise beteiligt waren, es war eine schöne und
erlebnisreiche Chorreise.
Der Vorstand
bedankt sich auch recht herzlich bei unseren Chorbruder und Ehrenvorsitzenden, Robert
Feldsieper, der diese Zeilen für uns niedergeschrieben hat.