Reise mit dem Grote & Hartmann Männerchor

in die Südliche Weinstraße vom 14. –  17. August 2003

 

 

Schon vor langer Zeit waren wir darauf vorbereitet worden, dass die alle zwei Jahre stattfindende Chorreise in diesem Jahr nach St. Martin führen würde. Dieser Ort liegt an der Südlichen Weinstraße. Der Vorstand war schon seit mehreren Monaten mit der Organisation dieser Reise beschäftigt gewesen. Wir freuten uns alle, nicht nur des Weines wegen, auf dieses Ereignis. Anfang August d. J. erhielten wir endlich die langersehnte Reisebeschreibung. Wir waren überrascht und erfreut zu erfahren, was uns auf dieser Reise alles geboten werden sollte.

 

Am Morgen des 14.08. gegen 8:00 Uhr standen alle Reiseteilnehmer erwartungsvoll vor dem Tor der Firma Grote & Hartmann und warteten auf die zwei Busse, die uns `gen Süden bringen sollten. Da wir in diesem Jahr einen Jahrhundert-Sommer mit tropischen Temperaturen erlebten, hofften wir, dass das Wetter sich ein wenig ändern und die große Hitze uns nicht die ganze Zeit begleiten würde. Pünktlich trafen die Busse ein. Einer der Busse hatte bereits unsere Cronenberger Sangesfreunde und deren Begleitung abgeholt. Mit viel Vorfreude stiegen wir ein, und dann ging es auf große Fahrt. Die Stimmung war hervorragend; alle freuten sich auf das Kommende. Termingerecht legten die Busfahrer gegen 10:00 Uhr eine Pause an einer Autobahnraststätte ein. Nachdem sich alle die Beine vertreten hatten, ging es nach kurzer Zeit weiter.

 

Gegen 12:30 Uhr trafen wir zum gemeinsamen Mittagessen im Restaurant „Am Dorfbrunnen“ in Hainfeld ein. Um 14:30 Uhr fuhren wir dann weiter zum Hotel „Haus am Weinberg“ in St. Martin. Hier kamen wir gegen 15:00 Uhr an. Da sich unsere Hoffnung auf niedrigere Temperaturen an diesem Tage nicht erfüllt hatte, bekamen wir „einen Schlag auf den Kopf“, als wir unsere Zimmer betraten. Das Hotel ist wunderbar gelegen und der Blick in die Landschaft grandios. Doch wie sollten wir bei diesen Außentemperaturen ein erträgliches Klima in unseren Zimmern herstellen? Wir haben dann die Eingangstüren zu unseren Zimmern aufgesperrt und alle Fenster im Flur und in den Zimmern weit geöffnet. Viel geholfen hat es aber nicht.

 

Um 17:00 Uhr wurden wir von den Bussen wieder abgeholt. Unter sachkundiger Führung fuhren wir durch den Weinlehrpfad. Dabei wurde viel Wissenswertes über die Aufzucht und Pflege der Weinstöcke sowie die Unterschiede der Trauben vorgetragen. Weil es in diesem Sommer kaum Niederschläge gegeben hatte, sind viele Weinstöcke in einem sehr schlechten Zustand und viele Trauben von der Sonne verbrannt. Aus diesem Grunde, so erklärte man uns, würde die Traubenernte in diesem Jahr sehr mager ausfallen.

 

Nach dieser Führung fuhren wir zur Villa Ludwigshöhe. Ludwig I. hatte sie in der Zeit von 1846 bis 1851 erbaut, um die Sommer hier in dieser schönen Gegend mit dem milden Klima zu verbringen. Wir konnten dieses Bauwerk von außen besichtigen und von der Freitreppe aus weit über das Tal sehen. Der Ausblick war überwältigend. Anschließend fuhren wir zur Gaststätte „Friedensdenkmal“. Die Luft hatte sich inzwischen etwas abgekühlt, und so genossen wir die gemäßigteren Temperaturen. Auf der Terrasse der Gaststätte nahmen wir das Abendbrot ein. Daran anschließend fand eine Weinprobe statt. Dabei lernten wir die Vielfalt, den Geschmack und die Art der Herstellung und Lagerung der Weine kennen. Zwischendurch erfreuten uns unsere Sänger mit einigen Gesangsdarbietungen. Nach Beendigung der Veranstaltung, an der auch eine Abordnung des Volkchores Edenkoben teilgenommen hatte, waren wir, was die Güte und Beschaffenheit des Weines betrifft, doch um einiges schlauer geworden.

 

An die Terrasse schloss sich die Rückseite des  Friedendenkmals, das der Gastwirtschaft den Namen gab, an. Viele wollten sehen, was es darstellte. So gingen doch einige von uns um dieses Bauwerk herum und betrachteten die Vorderansicht.

 

Wir waren erstaunt, als wir ein solch beeindruckendes und großes Denkmal einfach so auf einer ungepflegten Wiese stehend erblickten. Das Standbild eines Heros  hoch zu Ross befand sich unter einer gewölbten, offenen Ehrenhalle. An den Innenwänden des Gewölbes  erblickten wir Gemälde von Fürsten, Staatsmänner und Militärs aus der Gründerzeit, der Zeit nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Einige von uns stiegen dann noch hinauf auf die Dachterrasse des imposanten Bauwerks. Von dort aus hatte man einen weiten Blick über die Rheinebene. -  Um 23:00 fuhren wir zurück zum Hotel. 

 

Am nächsten Morgen, dem 15. August, waren die Temperaturen etwas niedriger als am Vortage. Um 9:00 Uhr wurden wir, nach einem guten Frühstück, zu einer Fahrt mit der Rietburgbahn abgeholt. In Sesselliften ging es hinauf auf den Berg. Oben angekommen, ließen wir uns auf der Terrasse der Gastwirtschaft nieder und hatten von dort aus auch  wieder einen herrlichen Blick über die Weinberge und das Tal. Dann fuhren wir mit der Rietburgbahn wieder ins Tal und anschließend zurück nach St.Martin. Dort wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt und Fremdenführerinnen führten uns durch den wirklich sehr schönen Ort und zur Besichtigung einer wunderbaren Kirche. Sie erzählten uns viel über die Historie und die Struktur der Bevölkerung dieses Ortes. -  Um 13:00 Uhr fuhren wir zum gemeinsamen Mittagessen nach Edenkoben in das Hotel „Pfälzer Hof“. Danach brachten uns die Busse wieder in unser Hotel.

 

Um 18:00 begann ein Abendessen mit anschließendem gemütlichen Beisammensein in der Pergola unseres Hotels. Klaus Hartmann, Mitgesellschafter der Firma Grote & Hartmann sowie Protektor und passives Mitglied unseres Chores, nahm mit seiner Gattin an dieser Veranstaltung teil. Da er im Juli seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, wurde zu seinen Ehren ein Ständchen gesungen. Anschließend wurde Roland Wittenberg vom Vorsitzenden für 20-jährige Mitgliedschaft im Chor geehrt. Die Abordnung des Volkschores Edenkoben, die uns bereits am Vorabend bei der Weinprobe besucht hatte, war auch wieder in unserer Mitte. Es wurde ein sehr schöner Abend. Unsere Sänger gaben wieder viele Kostproben ihres Könnens, ein Alleinunterhalter sorgte für Stimmung und einige der Sänger traten mit Beiträgen auf. Den Höhepunkt bildete aber Stefan Lex, der, begleitet von Sigrid Althoff am Klavier, „Granada“ und „Ob blond, ob braun...“. sang. Während der Liedvorträge des Chores und Stefan Lex` standen an den offenen Türen etliche der uns nicht bekannten Hotelgäste und lauschten mit großem Interesse den Vorträgen. Der Beifall für diese Darbietungen wollte nicht enden. Wir alle waren nach dieser Veranstaltung der Meinung, dass wir einen wirklich gelungenen Abend erlebt hatten.

 

Am Samstag, dem 16. August, fuhren wir mit den Bussen nach Speyer. Hier fand um 10:30 Uhr eine  Stadtführung u. a. mit Besichtigung des Judenbades und einer Kirche statt. Um 14:00 Uhr begann die Führung durch den weltberühmten Kaiser- und Mariendom zu Speyer. Es würde diesen Rahmen sprengen, alles, was uns bei diesen Führungen nahegebracht wurde, hier wiederzugeben. Wir waren überwältigt davon, auf solch historischem Boden zu stehen und über die Stadtgeschichte und den Dom so viel zu erfahren. Der Chor hatte die Erlaubnis bekommen, im Dom aufzutreten. Er sang gekonnt einige sakrale Lieder. Die im Dom Anwesenden hörten interessiert und andächtig zu.

 

Nach der Rückkehr ins Hotel hatten wir Gelegenheit, uns auszuruhen. So konnten wir uns ohne Hast auf den Abend im „Weingut Schäfer“ in Edenkoben vorbereiteten. An diesem  Abend folgten wir einer Einladung des Volkchores Edenkoben. Er sollte ein voller Erfolg werden. Die Gastgeber mischten sich beim Einnehmen der Plätze unter die Mitglieder unserer Reisegruppe. Wir waren erstaunt darüber, mit wie großer Akzeptanz wir dort aufgenommen wurden. Die Edenkobener sind ein fröhliches und freundliches Völkchen. Wir fühlten uns sofort bei ihnen wohl. Der Volkschor Edenkoben, ein gemischter Chor, sang zunächst einige Volkslieder. Wir waren begeistert von der Darbietung. Ergab doch die Mischung zwischen den zarten Frauenstimmen und den sonoren Stimmen der Männer einen die Herzen öffnenden Effekt. Bei vielen ihrer dargebotenen Lieder haben wir im Geiste mitgesungen. Auch ein Ensemble mit Saiteninstrumenten und Akkordeon begeisterte mit Gesangsvorträgen in  Pfälzer Mundart..

 

Der Gesang unseres Chores  wurde von den Edenkobenern mit starkem Beifall belohnt. Stefan Lex sang wieder, begleitet von Sigrid Althoff am Klavier, einige Arien. Beide erhielten frenetischen Beifall. Einige unserer Chormitglieder trugen auch noch etwas vor. So trat Günter Bröker mit einem Gedicht auf und Hans Hanemann führte  einen Sketsch über einen aufrecht gehenden und einen gebeugt gehenden Mann auf. Wir kannten bereits diesen Sketsch, trotzdem haben wir uns wieder sehr amüsiert. Die Edenkobener aber, die ja diesen Sketsch nicht kannten, waren rein aus dem Häuschen. Anschließend sang Hans noch „De` Anton von `ne Gathe“. Da er den aber in Wuppertaler Mundart vortrug, haben natürlich die Pfälzer nicht viel davon verstanden. Zum Schluss sangen wir Wuppertaler dann noch den „Hammerschmied“. Als es um 23:00 wieder zum Hotel gehen sollte, konnten sich viele unserer Mitreisenden nicht von den neuen Freunden trennen. Das Abfahrens der Busse verzögerte sich dadurch erheblich. Doch irgendwann konnten wir unter den uns zum Abschied zuwinkenden Edenkobenern die Rückfahrt antreten.

 

Am Sonntag, dem 17. August, war ein Auftritt des Chores in der „Laurentius Kirche“ in Edenkoben geplant. Die Sänger wurden schon um 8:45 Uhr zum Proben dorthin gebracht. Wir Frauen trafen ca. 10 Min. vor dem Beginn des Gottesdienstes dort ein. Wir waren gerührt und erstaunt, mit wie viel Freundlichkeit uns die Edenkobener begrüßten, die wir am Abend vorher kennen gelernt hatten. Es war so, als hätten wir gute Freunde getroffen.

 

Der Gottesdienst begann pünktlich. Eine Familie mit drei Kindern brachte ihr Baby zur Taufe. Die junge Pastorin eröffnete den Gottesdienst und taufte das Kind. Anschließend hielt sie eine für mein Empfinden recht ungewöhnliche Predigt. Unser Chor begleitete den Gottesdienst mit geistlichen Liedern. Nach Beendigung des Gottesdienstes sammelten sich unsere Sänger noch an dem sich vor der Kirche befindenden Brunnen und sangen „Das Morgenrot“ und ein Lied über die große Schönheit der Männer. Um uns diesen Umstand verständlicher zu machen, ließ sich Stefan Lex dann von vier Sängern liegend und entsprechend posierend auf den Armen tragen. Der Beifall, aber auch das Gelächter waren nicht zu überhören.

 

Nach dieser Vorstellung ging es noch einmal kurz zurück zum Hotel, damit die Sänger die Möglichkeit hatten, ihre Chorkleidung gegen bequemere Kleidung austauschen. Die Koffer wurden in die Busse eingeladen, und dann ging es heimwärts. In Hainfeld, im Restaurant „Am Dorfbrunnen“, wurde später zum Einnehmen des Mittagessens Rast gemacht. Anschließend ging es dann  `gen Heimat. Gegen 20:00 Uhr kamen wir wegen Staus auf der Autobahn mit Verspätung wieder in Wuppertal an.

 

Glücklich darüber, eine so ereignisreiche und schöne Reise gemacht zu haben, machten wir uns auf den Heimweg. Bestimmt haben spätestens dann einige unserer Mitreisenden überlegt, ob man nicht im Süden der Pfalz einmal  Urlaub machen sollte.

 

Ich denke, dass es im Sinne aller Teilnehmer ist, wenn ich mich auch in deren Namen bei dem Vorstand für all seine Mühe, die das Gelingen dieser Reise erst möglich machte, ganz herzlich bedanke.

 

Eine Reiseteilnehmerin:

Helga Hausherr

 

 

 

Wuppertal, den 31.08.03