Am Sonntag, dem 26. Juni gegen 18.00 Uhr, kehrten 43 Sänger des Chores mit ihren Frauen, etwas müde, aber doch glücklich nach Ronsdorf zurück. Nach ausgezeichneter Planung hatte man eine anstrengende Konzertreise in die Rhön hinter sich gebracht. Wer kannte schon die Rhön? Ja, da gab es die Wasserkuppe und da waren die Segelflieger zu Hause, aber dass es da sehr nette Menschen gibt, die in einer wunderschönen Natur leben und auch gerne singen, das wußten von uns die wenigsten. Aber eines nach dem andern.
Am Donnerstag, dem 23. Juni, ging es um 08.00 Uhr
los. Ohne einen der gefürchteten Staus absitzen zu müssen, erreichten wir
Kassel. Hier wurde an der Autobahnraststätte eine Pause eingelegt und dann ging
es weiter nach Fulda. In der „Bachmühle“, einem alten Bruchstein- Gemäuer,
erwartete die Gesellschaft ein köstliches Mittagessen. Dann ging die Fahrt zum
schönen Fuldaer Dom und von da aus zu einem geführten Stadtrundgang. Da es sehr
heiß war und alles nach Schatten und Kühle suchte, fanden sich der Chor und
seine Begleitung frühzeitig im Dom ein.
Pünktlich, zur abgesprochenen Zeit, öffnete man den
Raum vor dem Altar und der Chor nahm dort Aufstellung. Unter der Leitung von
Musikdirektor Stefan Lex - Althoff sang dann der Chor das, ebenfalls vorher mit
dem Dompropst abgestimmte Programm und erhielt dafür von dem anwesenden
Publikum herzlichen Beifall. Dann ging es wieder in die Busse und die letzten
40 Kilometer bis zum Endziel Tann wurden gefahren. Der Rest des Tages war mit
auspacken, Abendessen und Gesang ausgefüllt und schnell erzählt. Der Tag endete
bei Kerzenlicht und gekühlten Getränken im Hof des Hotels „Zur Linde“
Am Freitag fuhr die Reisegesellschaft zur
Wasserkuppe. Hier wurde das Segelfliegermuseum besichtigt und bestaunt, mit
welchen abenteuerlichen Kisten man sich in der Frühzeit der Fliegerei in die
Lüfte traute. Stark frequentiert war auch die Rodelbahn. Selbst unser
Chorleiter brauste mit Frau in einem Affenzahn den Berg hinab und das nicht nur
einmal. Zum allgemeinen Erstaunen, wurde auch von der Möglichkeit zu fliegen
reichlich Gebrauch gemacht. Nach dem Mittagessen im Restaurant „Peterchens
Mondfahrt“, ging die Fahrt wieder zurück nach Tann, wo die Sänger zur Chorprobe
in die „Rhönhalle“ fuhren und die Damen zum Mittagsschläfchen ins Hotel
gebracht wurden.
Die „Rhönhalle“ ist ein schöner Bau, für den man das
Material verwendet hatte, welches man in der Umgebung reichlich zur Verfügung
hatte, Holz! Die Bühne war für uns etwas eng und mit viel Stoffvorhängen
dekoriert, was der Akustik nicht gerade förderlich war. Das Konzert sollte um
20.00 Uhr beginnen. Als wir um 19.30 Uhr in der Halle eintrafen, war diese
bereits gefüllt. Für unsere Gesellschaft hatte man fürsorglich Plätze und
Tische reserviert. Das Programm wurde vom „ MGV Tann 1888“ pünktlich eröffnet.
Der Chor sang anspruchsvolle Literatur, leider fehlte es ihm etwas an
stimmlicher Stärke, obwohl 32 Sänger auf der Bühne standen. Dann sang der
Frauenchor „Da Capo“ aus Wüstensachsen. Die Damen überraschten uns mit einer
uns unbekannten Komposition vom „Schönen Rosengarten“
Dann war der „Bergische Männerchor Ronsdorf“ an der
Reihe. Unserem Eingangschor „Musika zu Ehren“ von Wilhelm Heinrichs und dem
„Abendfrieden“ von Franz Schubert folgte sehr beeindruckend das „Exodus“ von
Ernest Gold. Lang anhaltend gespendeter Beifall für unsere gekonnt
vorgetragenen Beiträge beendete den ersten Teil des Konzertes.
Den zweiten Teil eröffnete der Kinderchor „Tanner
Goldkehlchen“. Es ist immer wieder schön, Kinderchören zuzuhören und zu
staunen, mit welchem ernsten Eifer die Kleinen bei der Sache sind. Dann kam der
Jugend - und Frauenchor „Magic Voices“. Dieser Chor und auch die stimmlich
etwas überforderten jungen Solistinnen sangen ausschließlich in englischer
Sprache. Da fragt man sich, ist das nötig? Nichts gegen Gospels oder einem
gelegentlich vorgetragenen Lied in der Originalsprache, aber ausschließlich
englisch und das in der Rhön, in Tann, ist das die Zukunft unserer Sangeskunst
und des einstmals vielgepriesenen „Deutschen Volksliedes“?
Zum Ende des Konzerts, es war nun schon 22.00 Uhr,
waren wir noch einmal an der Reihe. Mit dem „Slowenischen Weinstrauß“ von
Pappert – die Solopartie sang unser Sangesfreund Gerd Kottsieper – und der
„Marina – Trilogie“ von Kempkens, konnten wir das aufgekratzte Publikum noch
einmal von den Stühlen holen. Den Rufen nach Zugaben kam zunächst unser Stefan
Lex – Althoff nach. Er bot dem erstaunten Auditorium, begleitet von seiner Frau
Sigrid, die Arie „Du bist meine Sonne“ aus der Operette „Giuditta“ von Franz
Lehar gekonnt dar.
Dann sang der Bergische Männerchor die „Zigeuner Hochzeit“ von Gus Anton und
beendete damit das Konzert. Nach der üblichen Abschlußzeremonie mit Blumen und
schönen Worten durften wir dann, durch die Hitze total durchnäßt, die Bühne
verlassen.
Den Samstag erlebten wir in Eisenach. Besuch der
Wartburg, die herrliche Aussicht genossen, den schönen großen Saal bestaunt und
Luthers Tintenfleck gesehen und dann den Berg wieder runter und Mittagessen „Am
Bachhaus“, Das Ehepaar Lex – Althoff verabschiedete sich zu einem abendlichen
Konzert und das Ehepaar Schaffland konnte verkünden, gerade Oma und Opa
geworden zu sein. Dann Rückfahrt nach Tann, für den Abend ausgeruht und
präpariert und schon wieder Abendessen in „Der Linde“. Und dann ließen wir den
großen Hund raus und es lief ein Abend ab, der noch am anderen Morgen für
Gesprächsstoff und Lachsalven sorgte. Da wirkte die Wirtin als Unterhalterin
und operierte mit feurig scharfem Schnaps, den dann der dumme August bezahlen
mußte, da trug unser Hanjo die „Krumme Lanke“ vor und seine Frau fragte, ob sie
denn zu dick sei. Horst Kaddatz wußte auf Stühlen stehend, dass die schöne
Müllerin an allem Schuld ist. Da versuchte
eine andere, ihrem Gast ein Kännchen Kaffee zu verkaufen, welches dieser aber
nicht haben wollte, unser „Holländer“, verblüffte mit einem exzellenten
Soloauftritt und Wolfgang Rehrmann, den unser Stefan als Ersatzdirigenten eingeflogen hatte, brachte
den Chor auf Trab, um wieder und wieder zu singen. Es war ein toller Abend und
dass Deutschland gegen Brasilien verloren hatte, empfand man gar nicht mehr so
schlimm.
Der Rest der Reise ist schnell erzählt. Im
Museumsdorf sollte ein gemeinsamer Frühschoppen mit den Sangesfreunden aus Tann
sein. Diese jedoch waren so spärlich erschienen, dass wir das Singen allein
machen mußten. Das taten wir dann auch. Wir tranken auch das eine und das
andere Bier und aßen uns an den Grillspezialitäten satt, aber im Unterbewußtsein
wollten nun alle zurück nach Hause. Um 13.45 Uhr hieß es einsteigen und
abfahren. Einige Tanner Sänger winkten uns noch nach und dann versanken die
Businsassen in einen Tiefschlaf. Manche hatten bei einem Zwischenstopp am
Biggekopf die Augen noch ganz klein. Um 18.00 Uhr waren wir wieder am Kraftwerk
in Ronsdorf.
Es gilt allen zu danken, die am Zustandekommen
dieser schönen Reise mitgewirkt haben. Egal, ob sie dem Vorstand angehören oder
nicht, Dankeschön, ihr habt das sehr gut
gemacht!
Herzlichen Dank an unseren Sangesbruder und Alterspräsidenten Robert
Feldsieper